Giftpizza und andere Dummheiten
Gori und ich gingen wegen meines Jobs (zum Erscheinen des 7. Harry Potter-Bandes Hermine im örtlichen Buchgeschäft sein) heute Nachmittag in die Stadt – doch das war nicht unser einziges Vorhaben, seitdem Mission Joghurt grandios fehlgeschlagen war.
Zuerst gingen wir Zuckerrübensirup einkaufen, was eher lustig wurde, da wir suchend in einem Abteil standen und ein ca. 20-25-jähriger Angestellter an uns vorbeikam. Ich spazierte an ihm vorbei, aber Gori, die hinter mir lief, bemerkte, dass er mir hinterherstarrte, machte mich danach darauf aufmerksam und hätte ihn dafür am liebsten getötet, da sie eifersüchtig war.
Danach gingen wir eine Pizza kaufen, setzten uns an eine Ampel und fingen an, das Ding für unseren besten Freund zu präparieren. Ich hatte ja eine gute Woche vorher Zwiebeln in Zucker eingelegt, die wir großzügig verteilten, dann schnappten wir uns beide einen der soeben erworbenen Plastiklöffel und hoben die Käseschicht an, um den Zuckerrübensirup darunter zu verteilen – aber stattdessen landete das Zeug überall, nur nicht auf der Pizza. Wir versuchten zwar, die Schachtel zu putzen und den ollen Sirup unter den Käse zu bekommen, aber das elende Zeug war verdammt widerspenstig.
In dem Moment, in dem ich den Löffel tief in den Sirup tauchte, kam unser Freund um die Ecke gebogen, sah uns und kam auf uns zu, ohne dass wir es bemerkten. Ich erlitt zunächst natürlich einen Schock, als ich aufsah und er plötzlich dastand wie eine Vogelscheuche. Dann kam es mir allerdings in den Sinn, wie dämlich das aussehen musste: zwei Deppen, Gori und ich, saßen an einer Ampel, besudelten eine Pizza mit ekligen Zwiebeln und Zuckerrübensirup und lachten unser eigenes Werk aus. Ich lachte bei dem Gedanken hemmungslos los … ich konnte einfach nicht mehr.
Leider wollte er nichts von der Pizza abhaben – Idee genial, Ausführung mangelhaft, Mission fehlgeschlagen. Schade.
Der Job selbst lief exzellent, war aber unglaublich anstrengend. Gegen Mitternacht kam Gori zu mir und wünschte mir alles Gute zum Geburtstag (27.10. hatte begonnen), die Bücher wurden auf die Gäste losgelassen und es wurde mit der Zeit leer. Wir räumten danach das Gröbste auf, dann war ich eher zufällig bei Dennis in der Küche. Er erinnerte sich an meinen Geburtstag, wünschte mir alles Gute und umarmte mich … ich zählte die Sekunden mit, es waren 13. Auch nicht übel. Ja, irgendwie war die Nähe sogar für mich frigides Monster angenehm.
Gori und ich gehen heute noch ins Kino, “Lissi und der wilde Kaiser” schauen, und danach wollen wir mal sehen, wer am meisten Kuchen essen kann, ohne vom Stuhl zu kippen!
Wir eben.